Kochen mit Oberbürgermeister Herrn Dr. Wünzner

Verabschiedung von Herren Waldemar Heger

20-jähriges Bestehen Seniorenzentrum Ziegelhausen

Männerkochgruppe

Männerkochgruppe

Rotkraut reiben mit der Mandoline

Männer schwangen den Kochlöffel im Seniorenzentrum Ziegelhausen

Heidelberg-Ziegelhausen (art). Elf Köche verderben nicht den Gänsebraten, wenn sie auf den Chefkoch hören. Dieser war Lothar Teichmann, Kochprofi und ehemaliger Gastronom und leitete im Seniorenzentrum Ziegelhausen (SZZ) an vier Samstagen jeweils eine Truppe von Männern an, exklusive Menüs zu kochen à la Saison. Es gab Kotelett-Variationen mit Herbstgemüse; exotisch, gefüllte Tintenfischtuben à la Montpellier; gut bürgerlich, Rouladen und als Höhepunkt drei Gänse mit selbst zubereiteten Kartoffelklößen, Apfelrotkraut und ein auch optisch hervorragend gelungenes Dessert. Hieß es an den vorhergehenden Samstagen für Frauen „off limits“, so waren sie beim Gänsebraten auch eingeladen, aber nur zum Essen. Die Küche gehörte allein den Männern, die viel Spaß hatten an dem gemeinsamen Kochen in lockerer Atmosphäre, am Schälen und Schnippeln, am Reiben und Rühren, am Braten und Bruzzeln und natürlich am ausgiebigen Probieren und Abschmecken.  Dass auch mal etwas schief ging und ein leckerer Nachtisch schwarz aus dem Ofen kam, tat der Freude keinen Abbruch. Die Männer nahmen’s gelassen. Peter Welz, selbst Hobbykoch schätzt den Kurs mit Lothar Teichmann sehr: „Lothar hat uns viel beigebracht und so manchen praktischen Tipp gegeben“, sagte er. Und er hat so nebenbei viele Geschichten erzählt aus seinem bewegten Gastronomie-Leben. Dabei erfuhren die Männer auch, dass eine Profireibe für Kraut, Gemüse und Kartoffeln „Mandoline“ heißt.

Gudrun Schwöbel, Leiterin des SZZ war sehr froh darüber, dass das neue Angebot so gut wahrgenommen wurde. „Wir wollten einen Kurs speziell für Männer anbieten und freuen uns über die Begeisterung, mit der sie dabei waren.“ Fortsetzung folgt im Frühjahr 2013. Dann sind wohl auch Reinhold und Thomas, Winfried und Peter, Uwe und Hans-Jürgen wieder mit dabei und hoffentlich auch einige Neue.

Männer altern anders

Tipps für die Jahre ab 50

Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Eckart Hammer sprach zum Thema „Männer altern anders“

Heidelberg-Ziegelhausen (art). „Altsein ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was Anfangen heißt“, sagt Martin Buber, der jüdische Philosoph. Diese Aussage war eine Leitlinie im Vortrag von Prof. Dr. Eckart Hammer bei seinem Vortrag im Seniorenzentrum Ziegelhausen zum Thema „Männer altern anders“. Zahlreiche Männer waren an diesem Abend gekommen, neugierig und interessiert zu hören, welche Tipps der Sozialwissenschaftler und Gerontologe für Männer ab 50 parat hat. Auch einige Frauen waren darunter, um „den Mann an ihrer Seite besser verstehen zu können.“ Hammer ist mit Jahrgang 54 selbst mitten in der Phase drin, die er als Sozialwissenschaftler erforscht hat. Mit einem Schuss Selbstironie, einer Prise Sarkasmus und einer Handvoll Lichtblicken für die Zukunft würzte er seinen Vortrag, der durch persönliche Beispiele sehr anschaulich wurde.

Säulen der Identität könnten mit dem Berufsende und dem Eintritt in den Ruhestand zusammenbrechen und müssten neu gefestigt werden, sagte Hammer. Dazu hatte er vier Wegweiser parat, denen man schon frühzeitig folgen müsse: Die späte und neue Freiheit auskosten; Kompetenzen weitergeben; sich für andere engagieren; früher an später denken. Das Alter müsse nicht als Bedrohung gesehen werden, sondern mit der richtigen Einstellung gelte: „Das Beste kommt noch!“ So könne Mann auch Neues beginnen. „Erfolgreiches Altern fällt nicht wie eine reife Frucht vom Baum, sondern ist das Ergebnis ständig neuen Bemühens“, sagte Hammer. Dabei gelte es das rechte Maß zu finden zwischen notwendigem Bemühen und ruhiger Gelassenheit. Für das vierte Lebensalter, etwa ab 80, wünscht sich Hammer neue angepasste Wohnformen in kleinen überschaubaren Einheiten, wo man auch die Vorteile einer gemeinsamen Pflege nutzen kann. Er verwies auf konkrete Beispiele, wo bereits neue Wohnformen im Alter umgesetzt würden. Im Publikum herrschten allerdings Zweifel, ob diese wirtschaftlich realisierbar seien.